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A Visual Wonderland
Athena Newton The King of Trash, Jan Henderikses Alltagmytheng Cathleen Haff Grand Opening, Catalog Gerhard Graulich Exhibition in the Waschhaus Germany Inspirations with Jan Henderikse Renate Wiehager Brooklyn in Potsdam - Jan Henderikse im Waschhaus Die Welt |
Brooklyn in Potsdam - Jan Henderikse im Waschhaus V.S. - Der niederländische Künstler Jan Henderikse übersiedelte 1968 in die USA. Seitdem lebt und arbeitet er in Brooklyn, wurde zum wichtigsten Vertreter des Neorealismus der frühen 70er Jahre und entwickelte einen Stil, der Alltag und Kunst verbindet, ohne Pop-Art zu werden. Das Waschhaus (Schiffbauergasse 1) in Potsdam präsentiert mit der Ausstellung "Brooklyn" eine Retrospektive seines fast 40jährigen Schaffens. Jan Henderikse, 1937 in Delft geboren, hat seit 1987 auch in Berlin ein Atelier, in dem er Unmengen von Alltagsgegenständen aufbewahrt: Spielzeug, Korken, Nippes, Tupperware, Aktfotos, Zeitungen . . . Aus diesem Fundus schöpft er Material für skurrile Objekte und Installationen. Im ersten Raum wird der Besucher mit einem gigantischen Objekt konfrontiert, das nicht sofort als Kunstwerk erkennbar ist: In 420 gekippten Plastikkästen sind 10 000 Bierflaschen gestapelt. Das ist die Nachbildung einer 1962 gebauten Installation, die im Stedelijk Museum Amsterdam steht. Auch andere Arbeiten sind Nachbildungen oder Neuinstallierungen berühmter Werke Henderikses. Es folgen Aktfotos und ein Polaroid-Strip. In eine Mauernische hat Henderikse mit Postkarten in kitschig goldenen Rahmen und vielen Lichtern einen Altar gebaut, dessen Basis das Sternenbanner ist. Auf einer Holzbrücke geht man über einen Wald aus Spielzeugbäumen, sieht dabei auf ein Foto, das den Blick aus dem Fenster eines Speisewagens zeigt und hört Geräusche aus einem Zug. Im letzten Raum sind diverse Multiples zu sehen, so aus US-Dollar- und D-Mark-Scheinen gefaltete Hemdchen. Die Russenhalle, in der die Rote Armee einst Fahrzeuge wartete, ist in ein Gesamtkunstwerk verwandelt. Von der Decke hängende Preisschilder machen sie zum Supermarkt, in dem es nur ein Denkmal aus Heu und kitschigen Licht- und Flitterkram gibt. © DIE WELT |